Montag, 6. Februar 2017

Die "Untersberg-Drachin" erwacht wieder

Mai 2015 - von www.wildmohnfrau.at


Die „Untersberg-Drachin“ erwacht wieder…

Mit Berichten über „den blutenden Untersberg“ wurde ich heute Morgen auf facebook empfangen. Mit Staunen erblickte ich die Fotos, die dort gepostet wurden. Ein Bergsturz am Untersberg hatte in den Tagen stattgefunden, an dem Nepal vom schweren Erdbeben erschüttert wurde. Das Gestein des Untersbergs ist erdhaltig. Der Felssturz legte eine rote Lehmschicht frei und diese Sedimente färben das Wasser des Weißbachs rot, welcher in weiterer Folge in die Königsseeache mündet.

Aus dem Weißbach ist somit der „Rotbach“ geworden, in jener Phase des Jahres, in der sich mit dem Maifest die weiße in die rote Göttin verwandelt. Genau zu Beginn der roten Zeit des magischen Jahres der Erde hat "der" Untersberg zu bluten begonnen. Frau Percht schickt uns damit ein eindeutiges Zeichen, daß sie ihre mütterliche Anderswelt nicht mehr länger als "männlichen" Berg betrachtet haben will.


Die Menschen früher haben Mutter Erde als weiblich gesehen. Auch all jene Erscheinungen auf ihrem Erdenleib waren und sind weiblich, in denen sie sich uns in ihren weiblichen Erscheinungsformen zeigt: uns ihr Lebenswasser schenkt in Form von Flüssen, Quellen und Seen, ihren Erdenschoß öffnet in Tälern und Schluchten oder auch die alten, heiligen Berge, in denen sie sich bis heute verkörpert, wenn auch nicht mehr für alle Menschen sichtbar.

Die Mythen des Salzburger Landes sprechen eine deutliche Sprache davon, daß der Untersberg für das alte Volk in Wirklichkeit "die Untersbergin" war. Die „wilde Jagd“ als der Zug der in diesem Jahr verstorbenen Seelen und Wesen, angeführt von Frau Percht, führt im Spätherbst in den Berg hinein. Darin hütet Frau Percht die Seelchen bis zu ihrer Wiedergeburt. Darum schläft bis heute Kaiser Karl mit seinem Gefolge im Bergschoss des Untersbergs. Sie warten auf die Wiedergeburt durch den Schoss einer Erdenfrau in ein neues Erdendasein.

Ich sehe die „blutende Untersbergerin“ deshalb als ein Zeichen dafür, daß diese Welt die lebensschenkende, schöpferische, weibliche Lebens – und Liebeskraft wieder als solche erkennen und annehmen muß. Denn nicht "der Drache" – so einige Kommentare dazu auf facebook - sondern „die Drachin“ erwacht wieder.

Männliche Drachen bluten nur dann, wenn sie verletzt oder getötet werden. Aus männlichem „Todesblut“ kann kein neues Leben entstehen, auch wenn uns dies als ein „Geheimnis des christlichen Glaubens“ seit Jahrhunderten weisgemacht wird.

Weibliche Drachinnen bluten natürlicherweise Monat für Monat und aus diesem Blut des Lebens entsteht das neue Leben. Das Blut im Schoss der Frauen wandelt sich ohne das Zutun einer männlichen Priesterschaft. Dieses für frühere Kulturen heilige Blut der Frauen braucht auch nicht getrunken werden, um neues Leben zu schenken. Der „Leib der Frauen“ öffnet sich auf wundersame Weise, um aus dem „Tor ins Leben“ das neue Menschenkind hervortreten zu lassen.

Die Untersberg-Drachin, die nun ihren Bergschoß wieder geöffnet hat, um uns genau zu Beginn der roten Zeit dieses Zeichen ihrer lebendigen Kraft zu schenken, will uns damit eine deutliche Botschaft für das Leben und die Liebe senden, die damit in der Welt wieder erwachen soll und wird.

Deshalb sehe ich es an der Zeit, daß wir derartige Zeichen der Erdgöttin nicht mehr als Vorboten eines möglichen Krieges deuten – wie dies in gewissen schamanisch-esoterischen Kreisen in Analogie zu den Nordlichtern über dem Untersberg am Vorabend des Ausbruchs des 2. Weltkriegs praktiziert wird - sondern als ein Zeichen der Kraft des Lebens und der Liebe. Wir entscheiden selbst, worauf wir unseren Blick richten, wie wir auf die Geschehnisse in der Welt schauen und was wir darin erkennen wollen.

Das rote Lehm-Erdenblut der Unterbergerin ergießt sich in den Weißbach und in weiterer Folge in die Königsseeache. Welch ein magisches Naturbild, mit dem uns Frau Percht da zum Maifest dieses Jahres beschenkt hat!

Beitrag mit Fotos von Michael Gentschy "Der Untersberg blutet" unter diesem LINK.
Beitrag mit Fotos von Sepp "Der rote Bach am Untersberg" unter diesem LINK.

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