Posts

Radioschätze oder „Aller Jungfern Hinterlist“

Bild
Von einem „Hinauswurf aus dem Karussell der Liebe“ und davon, dass es verständlich sei, dass „so ein Leidgeprüfter dann so richtig sauer ist“ spricht Karin Buttenhauser in der Sendung „Radioschätze“ heute Vormittag in Radio Salzburg. Zwei Tage, nachdem in Österreich in diesem Jahr die neunte Frau von ihrem Ex-Partner ermordet wurde, geben sie und Harald Manzl unter dem Titel „Komm lieber Mai“ in ihrer Sendung dem 300 Jahre alten Gedicht „Abschied von der ungetreuen Liebsten“ von Johann Christian Günther Sendezeit und Gehör. 

Vor 70 Jahren hat meine Oma meiner Mama das Leben geschenkt

Bild
Heute vor 70 Jahren hat meine Oma meiner Mama das Leben geschenkt. Meine Mama war ihr erstes Kind. Sie war 23 Jahre alt, als sie mit ihrer Tochter schwanger wurde. Vier Monate nach der Geburt ihrer Tochter heirateten meine Großeltern und meine Oma zog hierher auf den Haunsberg, wo ihre Schwiegereltern ein kleines Sacherl bewirtschafteten. Es waren keine einfachen Familienverhältnisse, in die meine Oma einheiratete. Drei Generationen lebten auf engstem Raum zusammen, mit einem Schwiegervater, der mehr dem Alkohol als der Arbeit zusprach und einer Schwiegermutter, die den Kirchgang und die anschließende „Ratsch-Runde“ durchs Dorf als willkommene Möglichkeit sah, der jungen Schwiegertochter daheim die viele Arbeit zu überlassen. 

Baba Marta, die bulgarische Märzen-Göttin

Bild
Wechselhaft wie das Wetter im März, so wird auch der Charakter von Baba Marta beschrieben. Die Sage erzählt, Baba Marta habe im Herbst, so wie auch ihre Brüder Januar und Februar, ein Fässchen Wein angesetzt. Die Brüder tranken ihren Wein, nachdem er fertig war, Zug um Zug aus und bald waren ihre Fässchen leer. Baba Marta jedoch hütete ihr Fässchen Wein sorgfältig, sie betrachtete es lächelnd, trank aber nicht daraus. Dann kam ihre Zeit und sie begab sich für einen Monat auf Wanderschaft durch die ganze Welt. Während dessen gingen ihre Brüder Januar und Februar in ihr Haus, öffneten dort ihr Fässchen Wein und tranken es leer. Als Baba Marta zurückkehrte und ihr Wein-Fässchen leer vorfand, wurde sie wütend. Sie tobte und schimpfte und weinte so bitterlich, dass der Himmel ganz grau und regnerisch wurde. Doch sie konnte ihren Brüdern nicht lange böse sein und bald scherzte sie wieder mit ihnen herum. Wenn sie alleine war und das leere Fässchen betrachtete, dann weinte und schimpfe sie wi...

#ausgefastet - Lebenslust statt Fastenfrust

Bild
Das neue Leben, überall tritt es nun von Tag zu Tag mehr hervor. Die Knospen auf unserem Holunderbusch sind schon am Austreiben, die Schneeglöckchen läuten unübersehbar den Frühling ein und auch der Bärlauch spitzelt schon hervor hier bei uns am Haunsberg. Die Natur kommt nun, wortwörtlich und allerorts sichtbar, wieder auf die Welt. Vor unserer Haustüre beginnt das große Leben. Alles sprießt, keimt, bricht auf und schießt förmlich in die Materie. Für die Menschen des Alten Volkes brachte die verjüngte Holle, die Schönpercht in ihrer jugendlichen Gestalt, das neue Leben zurück auf die Erde, begleitet von ihrem jugendlichen Heros-Geliebten. Er erscheint im alpenländischen Faschingsbrauchtum in vielerlei Gestalt. Als „Roller“ oder „Tuxer“ in der Tiroler Fasnacht, als „Nüssler“ in der Schweiz, als „Faschingrenner“ im Bezirk Murau in der Steiermark, als „Finserl“ im Ausseerland, als „Prinz Karneval“, „Faschingsprinz“ oder auch als „Harlekin“ in der Commedia dell’arte. Die Frühlings-Heroe...

Brigid, Göttin des Lichts und des Neuanfangs

Bild
Lichtmess ist Ende und Anfang zugleich. Die lange Phase der Feier des Lichtes, welche mit dem Advent begonnen hat, endet zu Lichtmess. Nun ist das Licht bereits „messbar“ gewachsen, zu Lichtmess eine ganze Stund‘ ! Das Licht hat nun von Neuem die Kraft, das Leben wieder zu erwecken, deshalb ist Lichtmess das erste Fest des neuen Jahreszeiten-Zyklus. Ein neues Jahr des Wachsens und des Lebens und die Zeit des leichten Seins beginnt. Das strahlende, klare Licht, das in diesen Tagen wiederkommt, bringt eine heitere, bringt uns eine „närrische“ Energie. 

Von frischer Kuhmilch und warmem Kakao

Bild
Vielleicht habe ich nur eine sentimentale Phase. Vielleicht schlägt mir die Lockdown-Zeit doch mehr aufs Gemüt, als ich bisher dachte. Vielleicht hat es mit dem Buch zu tun mit Geschichten über das Altern, das ich vorhin fertiggelesen habe. Damit, dass mir so einiges darin bereits vertraut ist oder ich es zumindest als nicht so abwegige Schilderungen aus dem Leben älter werdender Frauen betrachte. Während ich die Milch auf meinem Herd nicht aus den Augen lasse und mir überlege, wie viele Löffel Kakao ich in diese einrühren soll, kommt die Erinnerung an gestern Nachmittag hoch. An die Tasse mit warmen Kakao, welche meine Tochter Lisa für mich gemacht hatte. Ich spüre die Tränen aus mir aufsteigen. Schon gestern Abend hatte ich einen emotionalen Moment. Als ich Lisa mit der Taschenlampe meines Handys zum Milchtank auf dem Hof ihrer zukünftigen Schwiegereltern begleitete, weil sie noch frische Milch holen wollte. Frische Kuhmilch, so wie die Kühe sie an diesem Abend kurz zuvor gegeben h...

Apéro riche mit feministischen Häppli

Bild
Eingeladen wurde ich zu einem „Apéro riche“. Da mir als Österreicherin dieser Begriff nicht bekannt war, habe ich das Internet befragt. Der Apéro gehört zur gesellschaftlichen Kultur der Schweiz wie das Matterhorn und der Emmentaler. Beim Apéro geht es in erster Linie um die Begegnung und den Austausch mit Menschen und untrennbar damit verbunden sind die „Häppli“. Diese sind jedoch weder Vorspeise noch Hauptgericht. Ein Apéro riche bezeichnet einen besonders reichhaltigen Apéro. 14tätig serviert Irène von Roten in ihrem virtuellen „Apéro riche mit Themenschwerpunkt“ für die feministische Fakultät Schweiz, gemeinsam mit Zita Küng und Gerda Zürrer im Redaktionsteam Themen, die Frauen interessieren. Es sind feministische Häppchen, zum An-Denken, zum Weiter-Geben, die im Rahmen des Apéro riche serviert werden und keine komplette Hauptspeise.