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Magdalena

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In dieser Nacht wechseln wir von der hellen Hälfte des Jahres in jene Zeit, in der nun die Nächte wieder für ein halbes Jahr länger als die Tage sein werden. Auch vor 21 Jahren lag dieser magische Zeitpunkt in der Nacht vom 22. auf den 23. September. Damals feierte ich in dieser Nacht jedoch nicht die Herbst-Tagundnachtgleiche, sondern hielt zum ersten Mal meine Tochter Magdalena in meinen Armen. Als ich heute Morgen ihre Geburtstagskarte mit den Worten begonnen habe, dass es nun schon ihr zweiter Geburtstag ist, an dem sie nicht mehr daheim wohnt, kamen wieder die Tränen hoch. Ich teile Magdalenas Sichtweise, dass sich unsere Beziehung eindeutig gebessert hat, seit sie nicht mehr daheim wohnt und es ist genau dieses Loslassen, das mich meine Liebe für sie so intensiv fühlen lässt. Wir zwei hatten es des Öfteren nicht so ganz einfach miteinander. Meine Vorstellungen davon, was Magdalena tun und lieber lassen sollte, waren zeitweise nicht wirklich kompatibel mit ihren eigenen....

Vor 25 Jahren…

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Wäre nicht alles ganz anders gekommen, wie ich damals vor Pfarrer und hunderten Gästen versprochen habe, wäre ich heute 25 Jahre kirchlich verheiratet. Trotz des „bis der Tod euch scheidet“, sollte es 17 Jahre später der Richter am Oberndorfer Bezirksgericht sein, der unsere Ehe für aufgelöst erklärte. Zumindest jene, die wir 1992, an unserem Kennenlerntag, dem 31. Juli, geschlossen hatten. Am letzten Maitag vor zwei Jahren stand der Sarg von Hans in der Stiftskirche von Seekirchen genau an der Stelle, wo unser Pfarrer damals vom „bis der Tod euch scheidet“ gesprochen hatte. Die Entwicklung, meinen 25. Hochzeitstag als geschiedene Frau zuzubringen, die war damals für mich nicht mal denkbar gewesen. Mit dem Satz „Du machst es dir leicht, ich hab auch durchgehalten!“, hat meine Mutter vor bald genau zehn Jahren auf unsere Mitteilung reagiert, dass wir uns trennen werden. Hier in meiner Familie wird „durchgehalten“, so haben es mir meine Oma und meine Mutter vorgelebt. So wie auc...

EMMA oder "die Rückkehr des heiligen Zorns“

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Beim Frühstücken heute Morgen hab ich die neue EMMA ausgepackt. Schon beim Lesen des Editorials „Abtreibung ist ein Menschenrecht!“ von Alice Schwarzer, steigen mir die Tränen hoch und ich spüre einen Kloss im Hals. Ich bin aufgewühlt und bewegt von dem, was ich lese. Weil es die Wahrheit ist, die nackte Wahrheit, die Alice Schwarzer hier ungeschminkt zum Thema macht. Wieder einmal. Denn es geht mir meist so, wenn ich die Beiträge in der EMMA lese: ich bin dankbar dafür, dass es Frauen wie Alice Schwarzer gibt, die mit einem unglaublich langem Atem unermüdlich daran festhalten, die elementaren Menschenrechte der Frauen für uns alle einzufordern. Die immer wieder den Mut und die Kraft aufbringen, sich dem patriarchalen Irrsinn entgegen zu stellen, dessen Strukturen und Machenschaften aufzuzeigen und Frauen eine Bühne, ein Gehör, eine Ausdrucksmöglichkeit zu geben, die nicht mehr bereit sind, sich ins patriarchale Weibchen-Schema pressen zu lassen, sondern selbstständig denken und ...

Von „Berta-Frauen“, früher und heute…

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„Meine Großmutter, das war noch eine richtige Berta-Frau … aber mir ist mein zweiter Vorname nur peinlich…“, so erzählte uns eine Frau gestern in der Mittagspause beim Familienaufstellungstag. Zuvor war es in einer der Aufstellungen um ein Familiengeheimnis gegangen. „Ich hab auch sowas wie ein Familiengeheimnis und das ist mein zweiter Vorname“, damit machte sie uns neugierig auf diesen Vornamen. Etwas nachbohren mussten wir schon, doch dann gab sie ihr Geheimnis preis: „Berta“! Ohne lange zu überlegen bin ich gleich herausgesprudelt mit meinem Wissen, dass sich der Name Berta von Frau Percht ableitet, unserer großen, alten Göttin im Alpenraum. Hab ihr mit meiner ganzen Begeisterung für diese Thematik erklärt, dass der Name „Perchta“ von ahd. perachta kommt und „hell, strahlend, glänzend“ bedeute. In ihren Augen zeigte sich das Glänzen der Percht, als sie diese uralte und so besondere Bedeutung ihres „peinlichen Vornamens“ erfuhr. Ihr Gesicht war nicht mehr unangenehm berüh...

Grosse Ahnfrauen - Die jungsteinzeitlichen Wandmalereien vom Bodensee

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Den 26. Mai verbinde ich, seit ich für dieses Leben hier auf der Erde angekommen bin, mit dem Geburtstag meiner Oma. Vor einem guten Jahr ist sie zu unseren Ahninnen und Ahnen gegangen. Dass der Thementag „Grosse Ahnfrauen“, organisiert von Christina Schlatter vom MatriArchiv in St. Gallen, genau am 91. Geburtstag meiner Oma auf dem Programm stand, war für mich ein Zeichen, dass ich mich an diesem Tag auf die Reise nach Zürich machen soll. Die jungsteinzeitlichen Wandmalereien vom Bodensee, auch als sogenannte „Mütterwand“ bekannt geworden, waren Anfang der 1990iger Jahre in einer Pfahlbausiedlung bei Bodman-Ludwigshafen zum Vorschein gekommen. „Bis wir sagen konnten, wir hätten etwas begriffen, das hat gedauert“, so Helmut Schlichtherle, leitender Archäologe der Ausgrabungen am Bodenseeufer und erster Referent des Thementages rund um die großen Ahnfrauen. 2016 wurde die „Mütterwand“ in Zuge der Baden-Württembergischen Landesausstellung „4.000 Jahre Pfahlbauten“ erstmals de...

Wer hat da was nicht verstanden...

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„Sie haben überhaupt nichts verstanden!“ , das durfte ich mir von einem Mesner in Maria Plain sagen lassen, nachdem ich mir erlaubt hatte, nach der Messe kurz in den Altarraum zu gehen, um die beiden dort hängenden Votivbilder zu fotografieren. Vor mir waren einige ältere Herren ebenfalls in den Altarraum gegangen, um in der Sakristei eine Messe zu bezahlen. Davon, dass die Messe am heutigen Fronleichnamstag mit dem Hinausgehen des Pfarrers in die Sakristei noch nicht vorbei ist, hab ich bis heute tatsächlich nichts gewusst. Ich hab überlegt, ob wir das im Religionsunterricht in der Schule gelernt hätten? Ob es dieses „Anbeten des Allerheiligsten“ nach dem Fronleichnams-Gottesdienst auch in meiner Heimatpfarre Nußdorf gibt? Bewusst wahrgenommen habe ich es dort bisher nicht. Doch vielleicht ist das so ein großes Geheimnis des katholischen Glaubens, dass mir dieses Tun bisher gänzlich verborgen bleiben sollte?

Wenn Steine von der Liebe erzählen…

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Ein Herzstein, klein, ungewöhnlich in Farbe und Struktur, so gar kein typischer Salzachkiesel. „Was machst du denn hier…“, ist mein erster Gedanke, als ich ihn liegen sehe. Er liegt da und ist doch so ganz anders als die große Masse an Steinen hier auf der Sandbank von Laufen.    Ein Herzstein, groß, in schlichtem grau-weiß, dick und schwer fühlt er sich an, als ich ihn in meinen Händen halte. „Wieso soll ich nun innerhalb von ein paar Minuten gleich zwei Herzsteine finden…“, das frage ich ihn. „Weil wir dir etwas über die Liebe in deinem Leben erzählen wollen, heute an diesem Pfingstmontag“, höre ich seine Antwort in mir.